FF – Fast Forward - steht am Videorekorder für Vorspulen. Machen Sie das im übertragenen Sinne auch manchmal, um in einer Krise oder schwierigen Situation einen neuen Blick zu bekommen? Diese mentale Technik, seinen Lebensfilm in Gedanken vorzuspulen, ist eines der Werkzeuge, die das Regiebild anbietet. Es kann ganz unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die Frage ist auch, wie viel Distanz vom gegenwärtigen Augenblick Sie sich wünschen.
Paul (54) hat gerade seinen Arbeitsplatz verloren. Seit dem Tod seiner Frau vor einem Jahr lebt er mit seiner 17-jährigen Tochter alleine. In dieser extrem schwierigen Phase seines Lebens, in der er über die beiden Verluste nur schwer hinwegkommt, hat seine Tochter Tag für Tag heftige Pubertätsattacken. Paul reagiert überfordert und schreit sie an, dass sie doch endlich für ein Jahr als Austauschschülerin ins Ausland gehen solle.
Seine Tochter leitet daraufhin tatsächlich sofort alles in die Wege, um nach Amerika zu gehen.
Als sie weg ist, merkt Paul, dass er sie verloren hat und wie sehr er die junge Frau mit seinem Verhalten gekränkt hat. Sie schreibt ihm, dass sie sich nach ihrer Rückkehr eine eigene Wohnung suchen und ihr eigenes Leben führen werde. Paul ist nach diesem dritten Verlust am Boden zerstört und hat große Schwierigkeiten, noch einen Sinn in seinem Leben zu sehen.
Gemeinsam mit seinem Coach wendet der verzweifelte Vater die Methode FF! an. Paul braucht erst einmal einen sehr großen zeitlichen Abstand zum gegenwärtigen Moment, in dem er sich völlig allein und verzweifelt fühlt. Er spult seinen Lebensfilm in einer geführten Zeitreise an die Stelle, wo er in seiner Phantasie 68 Jahre alt und gerade Großvater geworden ist. Er stellt sich vor, wie er und seine Tochter gemeinsam mit dem Enkelkind Zeit verbringen. Die alten Wunden sind verheilt. Die Liebe zwischen Tochter und Vater hat die Krise überdauert. Diese Vorstellung tröstet Paul. Ein anderes Mal stellt er sich vor, dass seine Tochter in einer anderen Stadt studiert und er sie besucht. Bei einer dritten FF!-Anwendung spult der Vater nur noch einige Monate vor und besucht seine Tochter in Gedanken in Amerika. Er bittet sie um Verzeihung und verbringt mit ihr eine schöne Woche dort. Letzteres setzt er mit Hilfe seiner Ersparnisse und einer Woche genehmigtem Urlaub der Arbeitsagentur tatsächlich auch in die Tat um.
FF! ist eine Methode, um sich eine mentale Auszeit von einer akuten Krisensituation zu nehmen und die Selbstheilungskräfte zu stimulieren.
fff




Hallo Sandra,
interessante Methode … und durch das Beispiel aus der Praxis leicht verständlich. Tolle Idee, das so rüberzubringen … gefällt mir sehr!
Ich bin gerne hier auf Deinem Blog!!!!
Fröhliche Grüße aus Düsseldorf,
Ulrike
Danke, Ulrike, Dein Feedback zu FF! freut mich sehr. Und dass Du gerne auf Lebensregie liest
Herzliche Grüße
Sandra
[...] wenn Du es brauchst! Hat sich heute Morgen mal wieder bewahrheitet, als ich den Beitrag “FF” auf Sandras Blog [...]
Liebe Sandra,
das ist ja so einfach, was Du da beschreibst
Und trotzdem muss man erst einmal darauf kommen,
gerade dann, wenn die Rollos runtergehen,
wenn die Denkblockaden einsetzen,
wenn nur noch adrenalingesteuertes Handeln angesagt ist.
FF! Das steht glaube ich auch auf der Fleischerzeitung. Und soll irgendetwas kulinarisch besonderes hervorheben.
FF! Liebe Sandra, danke für Deinen Artikel, ich werde jetzt gleich mal vorwärts spulen, und wenns mir da gefällt, in der Zukunft, vielleicht bleibe ich gleich da…
Dein Artikel ist FF!
Fiel Freude weiterhin
LG, Ulf
Liebe Sandra,
das ist eine sehr bemerkenswerte Methode, die Du hier beschreibst.
Ich habe sie bisher auch schon angewendet, leider ziellos: Ich habe räumliche oder zeitliche Distanz gesucht und gefunden, ohne mir aber ein konkretes zukünftiges Szenario vorzustellen.
Ich glaube, das werde ich ausprobieren!
Danke für diesen Tipp!
Ich freue mich darüber, dass Du hier so viel von Deiner Profession mitteilst.
LG, Ulf
Lieber Ulf,
ich freue mich ebenfalls, wenn die Informationen & Inspirationen hier Wert für meine Leser/innen haben. Mir ist wichtig, PR für eine Dienstleistung zu machen, die vielerorts noch immer als elitär oder undurchsichtig gilt. Letzteres baut Hemmschwellen auf. Die Zeiten, in denen Coaching ausschließlich Spitzensportlern oder Top-Managern vorbehalten war, sind zum Glück vorbei.
Ich bin davon überzeugt, dass jede/r für sich weiß, wann Grenzen des Selbst-Coachings erreicht sind und das Arbeiten mit einem echten Coach zielführender für die eigene Fragestellung ist. Für mich ist Selbst-Coaching auch etwas Anderes als sich „den Coach zu sparen“. Es ist das Aktivieren der eigenen Kräfte und Ressourcen – auch und gerade nach einem Face-to-face-Coaching.
Wenn Du magst, berichte gerne von Deinen Erfahrungen mit FF!, Ulf. Ich richte dafür und für mögliche Austauschwünsche eine Praxis-Seite ein.
Liebe Grüße
Sandra
Liebe Sandra,
danke für Dein Angebot. Da bin ich sehr interessiert dran.
Auch wenn Du auf absehbare Zeit keinen Cent mit mir daran verdienen wirst…
Aber, wer weiß, das Leben ist plötzlich und unerwartet,
wer weiß wozu es gut ist…
LG, Ulf
Diesen Kommentar finde ich inhaltlich interessant, lieber Ulf.
Wärst Du mein Klient – dann wären wir per Sie, denn Duzen ist im professionellen Coaching kontraproduktiv – hätte ich eine Reihe an Fragen zum Inhalt des Kommentars. Trotz seiner Kürze schwingt darin in meiner Wahrnehmung einiges…
Auch von mir ein
Lieben Gruß
Sandra
Ich hatte immer den Verdacht, dass es beim Coaching mehr um die Wahrnehmung des Coachs als um den Coachee geht… *fg*
Liebe Sandra,
ja ich habe in Rätseln gesprochen
Und sind wir nicht alle irgendwie, nein, nicht Bluna,
sondern irgendwie ein „Fall“?
LG, Ulf