
Wer bestimmt eigentlich, wie lange ein Coaching-Prozess dauert? Den Coachs liegt doch wahrscheinlich viel daran, dass sich die Arbeit mit den Klienten über einen längeren Zeitraum hinzieht?! (Solche Prozesse nennen Coachs unter sich auch ironisch „Kaugummi-Prozesse„). So kommt Monat für Monat regelmäßig das Stundenhonorar herein… Oder?!
Die gute Nachricht ist: Sie bestimmen als Kunde selbst, wie lange Sie mit Ihrem Coach arbeiten und wann Sie Ihr(e) Ziel(e) erreicht haben. In einem seriösen Vertrag ist die Dauer des Coachings explizit – also ausdrücklich - offen. Auch können Sie jederzeit das Vertragsverhältnis beenden. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Professionelle Coachs haben selbst ein Interesse an knackigen, zeitlich überschaubaren Beratungsprozessen auf dem gemeinsamen Weg zum Ziel des Kunden. Die Qualität ihrer Arbeit misst sich auch daran. Vor diesem Hintergrund rate ich Coaching-Interessierten, Paketlösungen unbedingt kritisch zu hinterfragen: Ein Paket à zehn Sitzungen zum Sonderpreis von X € legt Sie auf zehn Sitzungen fest. Wer sagt, dass Sie tatsächlich so lange brauchen, um
Ihr(e) Ziel(e) zu erreichen? Zehn Sitzungen sind ein langer Zeitraum, ein Prozess von fast einem Jahr. Natürlich kann ein Coaching bei komplexen Anliegen durchaus so lange dauern und sich gut für Sie anfühlen. Sich gleich zu Beginn zeitlich festzulegen, ist meiner Erfahrung nach dennoch unratsam. Sie geben als Kunde damit auch ein Stück Ihrer Position der gleichen Augenhöhe auf. Gleichberechtigung bedeutet in einem Coaching-Arbeitsbündnis ja auch, jederzeit gehen zu können. Dies gilt übrigens für beide Partner, also auch für den Coach.
Wie oft finden Coaching-Sitzungen statt? Auch das bestimmen Sie selbst. Als sinnvoll hat sich im Face-to-face-Coaching ein monatliches Arbeiten erwiesen. Eine Sitzung dauert zwischen 90 und 120 Minuten. Natürlich sind hier ebenfalls individuelle Abweichungen möglich. Wichtig ist, dass Sie Ihre Ergebnisse auch im (Arbeits)Alltag anwenden und Zeit zum Verankern und Verarbeiten haben.
Mein persönlicher Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie in einem Coaching-Vertrag auch tatsächlich die vertragliche Freiheit zum Gestalten der Zusammenarbeit haben. Coachs, die Sie binden oder gar knebeln wollen, agieren unter ethischen und professionellen Gesichtspunkten eindeutig fragwürdig.



Hallo Sandra,
toll, dass Du das Thema ansprichst – ich glaube, damit hast Du eine DER Hemmschwellen angesprochen:
Hat er mich erstmal „an der Angel“, komme ich da so schnell nicht wieder raus … ich bekomme erstmal ganz viele „Bearbeitungsfelder“ gezeigt und muss dann Ewigkeiten lang dran arbeiten – und bezahlen.
Du machst Mut … danke
Einen herzlichen Gruß aus Düsseldorf, Ulrike
Hallo Ulrike,
einer der Gründe diesen Blog zu publizieren, ist mein Wunsch, die Dienstleistung Coaching transparenter zu machen. In meiner Praxis ist es so, dass der Klient das/die Bearbeitungsfeld/er selbst nennt. Ohne „muss“ definiert er oder sie die Ziele und Wünsche – dies is bereits Teil des Coachingsprozesses. Dann geht es los, das Ziel immer im Blick.
Herzliche Grüße
Sandra