
Kennen Sie die Werte, die Ihr Leben wesentlich bestimmen und prägen?
Ist Glaubwürdigkeit ein Wert für Sie, dem Sie in Ihrem (Berufs)Leben einen wichtigen Stellenwert einräumen?
Nehmen Sie sich selbst und auch andere im Hinblick auf diesen Wert wahr?
Fällt Ihnen unglaubwürdiges Verhalten oder das, was Sie persönlich als solches sehen, auf?
Was genau macht Glaubwürdigkeit für Sie aus?
Woran machen Sie diese fest?
Bei Wikipedia gibt es eine sehr kurze und übersichtliche Seite zu diesem Begriff „Glaubwürdigkeit“. Ist dies vielleicht gar ein Spiegel des (Stellen)Wertes in unserer Gesellschaft?
Immer noch abstrakt formuliert: Wenn ein Experte mit Verve und Begeisterung überall verkündet: „Leute, esst XY!“ und es kommt heraus, dass er selbst alles andere isst nur niemals XY – was denken Sie dann? Ist Ihnen dies egal, weil es Ihnen reicht, wenn Sie selbst von diesem Nahrungsmittel und seinen Segnungen profitieren? Oder fragen Sie sich, ob der Experte einfach den Absatz des hochpreisigen XY-Produktes ankurbeln will (dessen Exklusivlieferant er vielleicht auch noch ist)?
In einem beruflichen Umfeld, das eher nach außen orientiert, also extrovertiert ist, gibt es meiner Erfahrung nach oft Gelegenheiten, dem Wert Glaubwürdigkeit oder seiner Abwesenheit zu begegnen. Lassen Sie mich ein reales Beispiel aus der Welt der Medien geben, um an dieser Stelle die Theorie zu verlassen.
Ein Verlag, der vollmundig und ausdrücklich betont sich an eine „elitär-auserwählte Zielgruppe“ zu richten, publiziert ein Buch – einen Bestseller – das auf den ersten 60 Seiten mehr als zehn teilweise schwerwiegende Rechtschreib- und Grammatikfehler hat. Das Buch kostet 22,90 Euro. Können Sie sich vorstellen, dass ein irritierter oder enttäuschter Leser an dieser Stelle Energie aufwendet, um zu handeln? Es ist doch nur ein Buch… Geht es hier um Glaubwürdigkeit?
Ich denke: ja. Dass jedes Buch den einen oder anderen Fehler enthält, der im Lektorat durchrutscht, ist normal. Dass bei einem Preis von fast 23 Euro auf den ersten Seiten bereits zehn auftauchen, wirft Fragen nach der Arbeitsqualität des Verlages auf. (Dass dieser auf ein Feedback zu den Fehlern antwortet, man sei für konstruktive Kritik aufgeschlossen und bitte um Mitteilung der Fehler, überrascht dann kaum noch.) Wenn ich als Buchkonsument schweigend mit den Schultern zucke, sage ich damit „ja“ zu messbar schlecht gemachten Produkten, die viel Geld kosten. Anders ausgedrückt: Ich sage „ja“ zu einer Maschinerie, die mit immer weniger Mitarbeitern und Ressourcen immer mehr Pensum bewältigt, was letztlich ebenfalls zu solchen Erscheinungsformen führt. (Wie gut, dass inzwischen auch fehlgekaufte Bücher reklamierbar sind
)
Ein Klient von mir hatte als hohen Wert in seiner persönlichen Wertehierarchie Qualität – eine, die sich in seinem Tätigkeitsfeld nach DIN-Normen messen ließ. Er arbeitete als Vorgesetzter in einem Unternehmen, das diesen Wert nach außen überall betonte und werbewirksam anpries. In der Arbeitsrealität des Mannes sah dies allerdings ganz anders aus. Er litt unter dieser für ihn enormen Unglaubwürdigkeit zu Lasten der Qualität. Kollisionen und Konflikte waren hier vorprogrammiert. Heute arbeitet der Mann in einem Unternehmen, das den Wert „Qualität“ ebenso wie er sehr hoch einschätzt und auch lebt. Das hat sein Berufsleben zum Besseren verändert. Aus dem „richtigen Mann am falschen Ort“ wurde „der richtige Mann am richtigen Ort“.
Sind Ihre Werte und Ihr Arbeitsumfeld in der Balance?
Welche Erfahrungen haben Sie mit Glaubwürdigkeit?
Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen.



Ich bin selbständig als Buchhalterin tätig und betreue kleine Unternehmen.
Ich denke, dass meine Glaubwürdigkeit außer Frage steht, da ich einen sehr hohen Zulauf und nur positive Resonanzen habe. Zum grössten Teil hat sich zwischen den Mandanten und mir ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Und das ist auch wichtig so, denn ohne Vertrauen könnte ich sie nicht vertreten. Meine Glaubwürdigkeit wird nie angezweifelt, da ich grundsätzlich nur vertrete, was ich selbst gut heiße.
Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum ich niemals angestellt sein möchte….
Ich bin überzeugt, dass sich besonders in bestimmten Berufen wie auch Ihrem Vertrauenswürdigkeit und Authentizität als Qualitätsmerkmale schnell herumsprechen. Schön, wenn wir den (Arbeits)Platz in unserem Leben finden, an dem wir uns wohl und zugehörig fühlen – ob selbstständig oder festangestellt. Das ist in meinen Augen schon ein wichtiges Kriterium für Zufriedenheit im Leben.